Auto

Wir haben am 25.10.2014 unser Auto, genauer gesagt ein Land Rover Defender 130 HCPU, in St.Michael im Burgenland gekauft und gleich noch Unterfahrschutz, Schnorchel, Treesliders und Diff.Schütze mitbestellt.

Schon nur die Reise um das Auto abzuholen war ein unvergessliches Erlebnis. Über den Arlberg fuhren nämlich keine Züge wegen intensiven Schneefalls. So stiegen wir auf den Ersatzbus um und befanden uns nach 20 Min. im tiefsten Winter mit bis zu 50cm Neuschnee. So kamen wir natürlich verspätet spät Nachts in St.Michael an und kriegten leider von der Busfahrt durchs eigentlich schöne Burgenland nicht viel mit. Am nächsten Morgen holten wir unseren Land Rover bei Autohaus Strauss ab und fuhren dann durch eine zeitweise märchenhafte Winterlandschaft in die Schweiz zurück. Die Verzollung gestaltete sich sehr unproblematisch, wir kriegten an der Grenze die Zollformulare und mussten in der Woche danach zum Binnenzollamt die MwSt und den Strassenzoll bezahlen. Auch die Anmeldung (Einlösen) beim Strassenverkehrsamt in Fribourg ging durch das Konformitätsformular COC glatt über die Bühne.

Als wir es abholten war es noch ein ganz normaler Landrover Defender, doch die Verwandlung in ein Crocomobile war vor allem für Markus (gelernter Mechaniker) ein noch langer schweisstreibender Weg. Von unseren Campingerfahrungen mit einem Toyota Hilux in Südafrika wussten wir, was ein gutes Crocomobile alles haben sollte.

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Als erstes organisierten wir ein gebrauchtes Dachzelt für 4 Personen als Schlafstätte in sichrer Entfernung über den Schlangen und Krokodilen. Leider stand dieses in Brandenburg und wir holten es am 22.Dezember in einer langen Tagesreise von Danielas Eltern bei Sturm und Regen ab.

Als Werkstatt für den Umbau diente Markus Firma. Er baute das Canopy aus Aluminium komplett selbst. Zuerst wurde aus Vierkantrohren ein Rahmen als Traggestell geschweisst. Die erste Anprobe auf dem Auto machte schon etwas nervös, doch es passte auf Anhieb.

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Anschliessend wurden Riffelbleche zugeschnitten und verschweisst um hinterher auf den Rohrrahmen geklebt und genietet zu werden. Die verbliebenen offenen Kanten wurden auch verschweisst, so dass kein Wasser eindringen kann. Auf den Bildern sind schon gut die 3 Klappenöffnungen zu erkennen. Auch hier wurde wieder eine Massprobe auf dem Auto vorgenommen.

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Die Klappen-rahmen für die Dichtungen und Klappen wurden als nächstes eingepasst und zum Schluss das ganze Canopy abgedichtet aufgesetzt und verschraubt.

Innen wurde es ausgebaut mit ausziehbaren Schubladen für Vorratskisten. Auch diese Konstruktion ist aus Alurohren und mit Riffelblech abgedeckt. Diese entstandene Blechfläche wird als Beladefläche. Als Schubladen dienen geschweisste L-Profilrahmen mit eingenietetem Blechen. Die Auszüge bestehen aus Standard-Alu-C-Schienen mit Kugellager (60002RS) als Rollkörper. 2 Wassertanks, eine Halterung unter der Decke für Tisch und Stühle komplettieren den mechanischen Innenausbau. Durch lösen von 6 Schrauben lässt sich der Schubladenblock schnell aus dem Auto wieder entfernen um die Reinigung zu erleichtern.

Ausserdem bekam es eine neue Stossstange mit ausschwenkbarer Halterung für das Reserverad (war eine ziemlich Plackerei anzufertigen…) und einem konformen leicht demontierbaren Unterfahrschutz.

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Es musste Material her, was uns bei platten Reifen und einem nicht zu hoffenden Steckenbleiben im Outback helfen soll ( High-Lift-Jack, Hand-Winde, Sandbleche) sowie ein Diagnosegerät für technische Probleme am Auto in der Wildnis. Um elektrisch nicht vom Fahren oder von Netz-Steckdosen abhängig zu sein, wurde eine 2. Batterie (Enersys MFP 77) eingebaut, welche neben dem IBS-Doppelbatteriesystem über ein faltbares 100W-Solarpanel geladen werden kann. Dies sollte im sonnenverwöhnten Australien nicht zu kurz kommen. Elektrisch stehen in der Fahgastzelle wie auch im Canopy neben ausreichender LED-Beleuchtung genügend 12VDC und 230VAC-Steckdosen zur Verfügung. Der Kompressor fürs Reifenpumpen kann direkt beim Fahrersitz an einer Harting-Steckdose angeschlossen werden.

Für Regentage bekamen wir von Danielas Eltern ein Vorzelt für das Auto, gross genug um drin zu sitzen, zu essen und zu kochen. Natürlich kauften wir uns eine Kühlbox. Die darf auch in unserem Auto nicht fehlen

Im Mai war dann alles soweit, das wir zu einem ersten Probecamping in die Ostschweiz fahren konnten.

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Erfreulicherweise funktionierte das meiste recht gut, einige technische Feinheiten mussten aber vor der Abreise noch verbessert werden.

So konnten wir das Auto Anfang Juli bepacken und machten es bereit für die Verschiffung. Vergessen werden darf natürlich nicht, dass unser Crocomobile als solches gekennzeichnet werden musste. So prangt nun auf beiden Seiten ein von einer hochkarätigen Jury bewertetes Krokodil als Markenzeichen auf den Autoseiten.

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Am 14.07. ging das Auto auf die grosse Reise: von Basel wurde es per LKW nach Hamburg gebracht, dort in einen Container verladen und auf das riesige Containerschiff „APL Merlion“ gebracht. Damit wir keine Probleme mit dem australischen Zoll kriegen, hatten wir ein Carnet de passage beim TCS beantragt. Dieses wurde bei der Ausreise des Autos vom Schweizer Zoll gestempelt und wir konnten es selber mit dem Flugzeug mitnehmen. Die Route des Schiffes können wir täglich m Internet verfolgen, wenn alles gut geht, können wir es ab dem 11. September (geplant war der 4.September) in Brisbane in Empfang nehmen.

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